Berufsunfähigkeitsversicherung: Erklärung, Beratung & Tipps

So sichern Sie sich für den Ernstfall ab

Gerade junge Arbeitnehmer denken nicht gerne über die eigene Berufsunfähigkeit nach. Dabei ist der Zeitpunkt für einen Vertragsabschluss besonders günstig, je jünger der Versicherungsnehmer ist. Lesen Sie in unserer Übersicht, worauf Sie bei einer BU-Versicherung achten sollten.

Gründliche Beratung vor Vertragsabschluss wichtig

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung muss im Notfall das Einkommen für mehrere Jahrzehnte abdecken.

Niemand möchte sich vorstellen, berufsunfähig zu werden. Laut ZDF-Magazin WISO wird aber etwa jeder vierte Arbeitnehmer im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig. Wer dann nur die gesetzliche Erwerbsminderungsrente erhält, wird seinen Lebensstandard kaum halten können. Daher ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung gerade für Menschen sinnvoll, die von ihrem Arbeitseinkommen leben. Die Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherer haben sich in den letzten Jahren verbessert, trotzdem ist eine unabhängige Beratung etwa bei einer Verbraucherzentrale oder bei einem Versicherungsexperten unbedingt empfehlenswert. Grundsätzlich handelt es sich bei der BU-Versicherung um eine relativ teure Absicherung.

Wer früh eintritt, spart gutes Geld

Je früher man eine BU-Versicherung abschließt, desto günstiger ist sie. Die Beitragslast verteilt sich dann auf einen längeren Zeitraum, die Jahre mit geringem Risiko wirken sich positiv auf den Beitragssatz aus. Da die Wahrscheinlichkeit eines Versicherungsfalls mit zunehmendem Alter steigt, ist der Beitrag für ältere Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss höher.

Genaue Angaben zu Tätigkeit und Gesundheitszustand machen

Die Höhe der Beiträge in der Berufsunfähigkeitsversicherung richtet sich auch nach dem ausgeübten Beruf. Menschen, die viel körperliche Arbeit verrichten, müssen deutlich mehr zahlen als Büroangestellte. Daher ist es sinnvoll, die eigene Tätigkeit bei Vertragsabschluss genau zu erklären. So kann ein Handwerker, der beispielsweise hauptsächlich im Büro tätig ist, dadurch eventuell in einen niedrigeren Beitragssatz rutschen. Detaillierte und vollständige Angaben sollten auch zu den Gesundheitsfragen der Versicherung gemacht werden, am besten mithilfe eines Arztes. Nur so kann verhindert werden, dass das Versicherungsunternehmen im Leistungsfall nicht von einer arglistigen Täuschung bei Vertragsabschluss sprechen kann – und die Rente nicht auszahlt.

Geld sparen durch kürzere Laufzeit

Durch die Verkürzung der Laufzeit lässt sich Geld einsparen. Läuft der Vertrag beispielsweise nicht bis zum 67. Lebensjahr, sondern nur bis zum 60., spart man sich die kostenintensiven Jahre, in denen das Risiko besonders hoch ist. Problematisch ist allerdings, dass die BU-Versicherung unter Umständen genau dann nicht mehr gilt, wenn der Leistungsfall statistisch gesehen am häufigsten eintritt. Wer bis zum 60. Lebensjahr allerdings schon ausreichend Rücklagen gebildet hat, kann auf die letzten kostenintensiven Beitragsjahre verzichten.

Beitrag senken durch Verzicht auf Inflationsausgleich

Bei Versicherungsverträgen wird üblicherweise eine sogenannte Dynamik vereinbart, die als Inflationsausgleich dafür sorgt, dass die künftigen Rentenzahlungen nicht weniger wert sind als bei Vertragsabschluss. Wer darauf verzichtet, kann Geld beim Beitrag einsparen. Allerdings sollte man bedenken, dass bei Leistungsfällen in ferner Zukunft der tatsächliche Wert der Auszahlung dann möglicherweise nicht mehr für den Lebensunterhalt reichen könnte.

Besser ohne Verweisungsklausel

Enthält der Vertrag eine sogenannte Verweisungsklausel, können Versicherte im Fall einer Berufsunfähigkeit auf andere, verwandte Tätigkeiten verwiesen werden. Der Versicherer muss dann keine Rente auszahlen. Verbraucher sollten auf diese abstrakte Verweisung verzichten.

Im Akutfall Beiträge stunden

In schwierigen Zeiten wie beispielsweise während der Coronakrise kann mit dem Versicherer unter Umständen eine Stundung der Beiträge vereinbart werden, so dass die monatliche Belastung durch die BU-Versicherung nicht zu hoch ist. Damit die Rente in der vereinbarten Höhe im Leistungsfall ausbezahlt wird, müssen die gestundeten Beitrage aber vollumfänglich nachgezahlt werden.

Alternativen zur BU-Versicherung

Günstiger als eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Sie zahlt allerdings nur dann, wenn man gar keiner Tätigkeit mehr nachgehen kann. Eine weitere Alternative ist die Grundfähigkeitsversicherung: Auch sie ist günstiger als die BU-Versicherung, zahlt aber nur, wenn man grundlegende Fähigkeiten wie Sehen, Sprechen und Hören verliert. Psychische Erkrankungen als Grund für die Arbeitsunfähigkeit sind nicht abgedeckt. Die sogenannte Dread Disease Versicherung zahlt wiederum bei einzelnen schweren Krankheiten.

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