Gebäudeversicherung: Einsparpotenziale im gewerblichen Bereich
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Für Eigentümer, Vermieter und Betriebe bedeutet das: höhere Beiträge bei gleichbleibendem Schutz. Doch wer frühzeitig reagiert, kann die Entwicklung zu seinem Vorteil nutzen.
Viele Policen laufen seit Jahren unverändert weiter, obwohl sich Bauwerte, Risiken und Marktbedingungen stark verändert haben. Besonders im gewerblichen Bereich lohnt eine gründliche Überprüfung: Oft zeigen sich Einsparpotenziale oder Möglichkeiten, den Schutz gezielter zu strukturieren. 2026 ist dafür der passende Moment.
Steigende Baupreise treiben die Prämien
Der Grund für die Verteuerung liegt auf der Hand: In den letzten Jahren sind die Baukosten sprunghaft gestiegen. Materialknappheit, höhere Energiepreise und die anhaltende Inflation haben Neubau und Sanierung deutlich verteuert. Damit Versicherer im Schadenfall weiterhin die tatsächlichen Wiederherstellungskosten decken, passen sie ihre Indexwerte entsprechend an.
Das führt automatisch zu höheren Versicherungssummen und damit zu höheren Beiträgen. Für Unternehmen und private Eigentümer ist das eine zusätzliche Belastung, gerade in einer Zeit, in der auch Betriebskosten, Zinsen und Energiekosten wachsen. Besonders bei langfristigen Verträgen kann das zu finanziellen Engpässen führen, wenn Anpassungen nicht rechtzeitig eingeplant sind.
Wo bestehende Verträge häufig Schwächen zeigen
Viele Gebäudeversicherungen stammen aus einer Zeit, in der die Immobilienwerte noch deutlich niedriger waren. Ohne regelmäßige Anpassung der Versicherungssumme entsteht so leicht eine Unterversicherung und der Schutz reicht im Ernstfall nicht mehr aus, um Schäden vollständig zu decken.
Ein weiteres Problem ist die fehlende Aktualisierung nach Umbauten, Erweiterungen oder technischen Aufrüstungen. Bleibt die Versicherungssumme unverändert, wird der reale Gebäudewert nicht mehr korrekt abgebildet. Auch automatisch verlängerte Verträge sind kritisch: Sie laufen einfach weiter, ohne dass Leistungen oder Preise mit dem Markt verglichen werden.
Hinzu kommt, dass in vielen Betrieben verschiedene Policen nebeneinander bestehen, ohne aufeinander abgestimmt zu sein. Dadurch kommt es zu doppelten Zahlungen oder zu Lücken im Versicherungsschutz. Besonders oft sind Nebengebäude, Außenflächen oder Anlagen wie Photovoltaikmodule gar nicht mitversichert – mit teuren Folgen, wenn ein Schaden eintritt.
So gelingt die Bestandsaufnahme
Der wichtigste Schritt ist eine ehrliche Analyse der aktuellen Versicherungssituation. Welche Policen bestehen, welche Gebäude sind erfasst und welche Werte hinterlegt? Eine Gegenüberstellung mit aktuellen Markttarifen liefert schnell Klarheit über mögliche Einsparungen oder bessere Leistungsangebote.
Danach sollte geprüft werden, ob die hinterlegten Bauwerte und Risikoeinschätzungen noch stimmen. Wer in den letzten Jahren saniert oder erweitert hat, sollte diese Änderungen an den Versicherer melden, um spätere Streitigkeiten im Schadensfall zu vermeiden.
Darüber hinaus lohnt sich eine Abstimmung aller relevanten Versicherungsarten. Werden Gebäude-, Inhalts- und Betriebsunterbrechungsversicherung aufeinander abgestimmt, entstehen keine Doppelbelastungen und der gesamte Schutz wird übersichtlicher und effizienter.
Warum 2026 der beste Zeitpunkt für eine Neuordnung ist
Die anstehenden Indexanpassungen sind mehr als nur eine Preiserhöhung: Sie markieren eine Zäsur. Zum ersten Mal seit Jahren spiegeln die Versicherungssummen wieder realistische Baukosten wider. Das eröffnet Eigentümern die Möglichkeit, ihren Schutz strategisch mit passenderen Werten, moderneren Tarifen und klareren Strukturen neu aufzustellen.
Gleichzeitig verändern sich die Risiken selbst: Stürme, Starkregen und andere Extremwetterereignisse nehmen zu, ESG-Anforderungen gewinnen an Gewicht, und technische Anlagen werden komplexer. Versicherer reagieren darauf mit neuen Produkten und erweiterten Deckungen.
Wer diese Entwicklung aktiv nutzt, kann seinen Versicherungsschutz langfristig stabilisieren und die Beitragserhöhung 2026 als Chance verstehen, um dauerhaft besser und wirtschaftlicher abgesichert zu sein.
Über Tobias Vetter:
Tobias Vetter ist Finanzberater und Geschäftsführer der Vetter Group. Er unterstützt Selbstständige, Unternehmer und GmbH-Geschäftsführer dabei, ihre Steuerlast legal zu minimieren und ihre Finanzen strategisch zu strukturieren. Mit einem ganzheitlichen Ansatz verbindet er Vertragsgestaltung, Vorsorge und Vermögensaufbau zu einer durchdachten Steuerstrategie. Sein Credo: „Steuern sparen ist kein Trick – es ist eine Frage der Struktur.“ Weitere Informationen unter www.vetter-consulting.de