Youngtimer & Oldtimer-Versicherung: Kosten, Leistungen & Voraussetzungen

So versichern Sie Ihren Oldtimer richtig und kostengünstig

Im Jahr 2020 waren laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) über 595.000 Fahrzeuge und Anhänger über 30 Jahre registriert. Zu den beliebtesten Oldtimern gehören dabei VW Käfer, Trabant, Mercedes W 114 und W 115 sowie Citroën 2CV („Ente”). Doch nicht jeder Oldtimer-Besitzer hat auch eine entsprechende Versicherung für seinen Schatz abgeschlossen. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, warum ein spezieller Versicherungsschutz sinnvoll ist und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen.

Oldtimer-Versicherungen für alte Fahrzeuge

Im Gegensatz zu regulären Autos unterliegen Versicherungen für Young- und Oldtimer nicht den Typenklassen und Schadensbilanzen des Zulassungsortes.

Ein Großteil der Oldtimer-Besitzer hat das Fahrzeug über eine klassische Autoversicherung versichert. Einige haben hingegen gar keine Police für den Oldtimer abgeschlossen. Dabei gibt es spezielle Olditimer-Tarife, die nicht nur mit attraktiven Konditionen, sondern auch mit vielen Leistungen locken. Eine spezielle Police für Oldtimer bieten mehrere Versicherer an, darunter Aachen Münchener, ADAC, Allianz, AXA oder Nürnberger.

Wichtig: Oldtimer-Versicherungen finden Sie nicht über Vergleichsportale. Sie müssen also selbst aktiv werden und bei den Versicherungen direkt nachfragen. Für einen guten Überblick sorgen zudem Oldtimer-Zeitschriften.

Leistungen einer Oldtimer-Versicherung

Einen Oldtimer können Sie als Teil- oder Vollkaskoversicherung abschließen. Diese Tarife beinhalten oftmals Erweiterungen, die man in klassischen Kfz-Tarifen nicht findet. So sichert eine Teilkasko-Oldtimer-Versicherung beispielsweise auch Ersatzteile mit ab, die in der Wohnung, im Haus oder in der Garage gelagert werden.

Neben einer Teil- und Vollkasko gibt es auch die sogenannte All-Risk-Deckung. Dabei handelt es sich um einen Rundumschutz, der unter anderem auch dann greift, wenn beispielsweise während der Fahrt die Motorhaube aufgeht und das Fahrzeug beschädigt oder wenn Teerspritzer von einer Baustelle für einen Lackschaden sorgen.

Überschaubare Kosten für Oldtimer

Die Kosten variieren je nach gewähltem Tarif und Anbieter. Bei einigen Policen kostet jeder Oldtimer gleichviel – egal ob Käfer oder Porsche. Bei anderen Tarifen bestimmen Fahrzeug-Alter, Fahrzeugzustand und Marktwert den Preis. Generell kann aber gesagt werden, dass eine Versicherung für Oldtimer deutlich günstiger ist als eine klassische Police. Im Mittel liegen die Kosten für eine Kfz-Haftpflicht zwischen 40 und 110 Euro im Jahr.

Die Vorteile eines H-Kennzeichens

In der Regel brauchen Sie kein H-Kennzeichen, um Ihren Oldtimer versichern zu können. Dennoch bringt das Kennzeichen einige Vorteile mit sich. Zum einen dürfen Sie Ihren Oldtimer ohne Umweltplakette in Umweltzonen fahren. Zum anderen profitieren Sie von einem einheitlich günstigen Kfz-Steuersatz in Höhe von 191,73 Euro (für Pkw). Darüber hinaus sind die Umweltauflagen mit einem H-Kennzeichen gering. So ist beispielsweise ein Katalysator nicht zwingend vorgeschrieben.

Ein H-Kennzeichen bekommen Sie bei der zuständigen Zulassungsstelle. Voraussetzungen für den Erhalt solch eines Zeichens sind, dass Ihr Wagen mindestens 30 Jahre alt ist und dass es einen straßentauglichen, möglichst originalgetreuen Zustand besitzt.

Sparen mit einem Saisonkennzeichen

Seit 2018 können Sie sich ein spezielles H-Saisonkennzeichen holen. Dies ist vor allem dann lohnend, wenn Sie Ihren Oldtimer nur einige Monate im Jahr fahren – zum Beispiel in den Sommermonaten. Bei einem Saisonkennzeichen zahlen Sie Versicherung und Steuer nur anteilig für die zugelassenen Monate.

Wichtig: In den Monaten, wo das Fahrzeug abgemeldet ist, muss der Oldtimer sicher und trocken in einer Garage stehen und darf nicht am Geschehen im Straßenverkehr teilnehmen. In diesem Zeitraum gilt der Kfz-Versicherungsschutz im Rahmen einer sogenannten Ruheversicherung.

Vorteile einer Oldtimer-Versicherung im Überblick

  • Günstiger Preis
  • Umfangreiches Leistungsspektrum
  • Schadenfreiheits-, Regional- und Typklassen haben keinen Einfluss auf den Preis
  • Oldtimer werden immer in die günstigste Stufe eingestuft
  • Nach einem Kaskoschaden gibt es keine direkte Rückstufung – somit wird auch der Jahresbeitrag nicht teurer.

So kommen Sie an eine Versicherung

Nicht jeder Oldtimer-Besitzer bekommt eine entsprechende Versicherung. In der Regel müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden, um eine Oldtimer-Police abschließen zu können. So muss das Fahrzeug im Schnitt mindestens 25 Jahre alt sein. Das Fahrzeugalter variiert aber von Versicherung zu Versicherung. So gibt es Anbieter, die auch 18 Jahre alte Autos versichern, während andere erst ab einem Mindestalter von 30 Jahren ein Angebot unterbreiten.

Viele Policen vergeben ihre günstigsten Tarife zudem nicht an junge Fahrer unter 23 oder 25 Jahren. Hinzu kommt, dass viele Anbieter ein aktuelles Gutachten verlangen, das nicht älter als ein Jahr alt ist. Solch ein Gutachten erhalten Sie beispielsweise von Classic Data.

Tipp: Erneuern Sie das Gutachten für Ihren Oldtimer regelmäßig. Der Grund: Viele Fahrzeuge gewinnen mit der Zeit noch zusätzlich an Wert. Dieser aktuelle Wert sollte bei der Versicherung dokumentiert sein, damit im Schadensfall auch der entsprechende Schaden voll gezahlt werden kann.

Solch ein Gutachten dokumentiert auch den Fahrzeugzustand. Generell gilt: Je besser der Fahrzeugzustand, desto niedriger ist der Jahresbeitrag.

Bei Classic Data werden Oldtimer beispielsweise in ein fünfstufiges Notensystem eingeteilt:

  • Note 1: Makelloser Zustand (keine technischen und optischen Mängel, lückenlose Historie)
  • Note 2: Guter zustand (leichte Gebrauchsspuren, original und fachgerecht restauriert)
  • Note 3: Gebrauchter Zustand (kleinere Mängel, voll fahrbereit, ohne Durchrostungen)
  • Note 4: Verbrauchter Zustand (bedingt fahrbereit, bis zu mittleren Durchrostungen, Teile fehlen oder sind defekt)
  • Note 5: Restaurationsbedürftiger Zustand (nicht fahrbereit, teilweise oder komplett zerlegt)

Fazit: Drei gute Gründen, die für eine Oldtimer-Versicherung sprechen

Versichern Sie Ihren Oldtimer über eine spezielle Oldtimer-Versicherung. Diese ist in der Kfz-Versicherung und Kfz-Steuer nicht nur günstiger, sondern auch umfassender. Die Beiträge solch einer Versicherung werden in der Regel pauschal berechnet und sind vom Alter und Zustand des Wagens abhängig. Hier gilt: Je älter der Wagen ist, desto günstiger wird der Versicherungsbeitrag. Ein weiterer großer Vorteil bei Oldtimer-Versicherungen: Schadenfreiheitsklassen, Regionalklassen sowie Umweltplaketten spielen bei einer Oldtimer-Versicherung keine Rolle.

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